19 junge Musikerinnen und Musiker aus über 15 Ländern haben beim diesjährigen Young Euro Classic Festival das Publikum mit einem energiegeladenen Jazz-Abend begeistert. Mit dem Auftritt des JM Jazz World Orchestra ging am Donnerstag ein besonderer Höhepunkt über die Bühne. Die international besetzte Bigband, geleitet vom US-amerikanischen Posaunisten Luis Bonilla, präsentierte Werke aus verschiedensten Jazz-Stilrichtungen – von Swing bis Latin.
Inhaltsverzeichnis:
- Werke von Wallis Bird und Jim Rotondi im Fokus
- Internationale Besetzung mit starker Bühnepräsenz
- Luis Bonilla und das Fehlen von Frauen
- Tournee durch vier Länder und Abschluss in Berlin
Werke von Wallis Bird und Jim Rotondi im Fokus
Das Programm umfasste Klassiker und moderne Stücke. Zu hören waren unter anderem der Standard „East of the Sun“ von Brooks Bowman sowie eine Bearbeitung eines Stücks des 2023 verstorbenen Jazz-Trompeters Jim Rotondi. Ein besonderes Highlight war der Song „What’s Wrong With Changing“ der irischen Komponistin Wallis Bird.
Die Auswahl spiegelte die Vielfalt und Experimentierfreude des Orchesters wider. Die jungen Talente, allesamt unter 26 Jahre alt, meisterten die anspruchsvollen Arrangements souverän. Mit dabei war auch der belgische Hornist Bram Vanoverberghe, der an diesem Abend seinen 17. Geburtstag feierte.
Internationale Besetzung mit starker Bühnepräsenz
Das Ensemble besteht aus Musikerinnen und Musikern aus mehr als 15 Nationen, darunter Kroatien, Griechenland, Türkei, Luxemburg, Spanien, USA, Neuseeland, Australien und Indonesien. Diese breite geografische Herkunft sorgte für ein dynamisches Zusammenspiel auf der Bühne.
Insgesamt 19 Musiker präsentierten ein überzeugendes Programm mit zahlreichen Solo-Parts, die vom Publikum mit Szenenapplaus gefeiert wurden. Seit 2007 existiert das Orchester, das jedes Jahr neu zusammengestellt wird. Über internationale Vorspiele werden die Teilnehmenden ausgewählt, bevor sie im Sommer auf Tournee gehen.
Luis Bonilla und das Fehlen von Frauen
Seit vier Jahren steht Luis Bonilla an der Spitze des Orchesters. Der US-Amerikaner ist nicht nur Dirigent, sondern auch Posaunist und Komponist. Besonders im Latin-Jazz hat er sich einen Namen gemacht. Seine Energie und Präsenz auf der Bühne spürten auch die jungen Musiker.
Auffällig war jedoch der geringe Frauenanteil. Mit der ukrainischen Saxophonistin Anna Illiushyna und den Sängerinnen Angelina Kolobukhova aus Belarus sowie Elisabeth Kornhuber aus Österreich waren nur drei Frauen vertreten. Der Rest des Ensembles war ausschließlich männlich.
Tournee durch vier Länder und Abschluss in Berlin
Die diesjährige Tournee führte das Orchester durch Italien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina – mit dem letzten Halt in Berlin. Dort trat das JM Jazz World Orchestra erstmals beim Young Euro Classic Festival auf. Die Veranstaltung bringt seit Jahren Jugendorchester aus Europa und der Welt zusammen.
Solche Projekte zeigen, wie Musik Menschen unterschiedlicher Herkunft verbindet. Die gemeinsame Arbeit im Orchester schafft Austausch, Verständnis und Freundschaften – und sendet ein Zeichen für friedliches Miteinander in schwierigen Zeiten.
Quelle: RBB24

